Back to the roots
Vor drei Jahren bin ich in die digitale Spiegelreflexfotografie eingestiegen, habe das analoge Fotografieren jedoch nie aufgeben. Im letzten Jahr habe ich es jedoch intensiviert, verschiedene Kameras für verschiedene Filme, darunter sogar eine Mittelformatkamera. Lange trug ich mich mit dem Gedanken, die Bilder nicht nur zu projezieren (Dia) und in der Dunkelkammer zu vergrößern (Schwarzweiss), sondern auch zu Scannen. Gestern kam dann endlich besagter Scanner an:
[Sensia 100 | APX 100 in Rodinal 1:50]
Warum noch analog werden sich viele Fragen. Digital ist einfacher, schneller, günstiger. Alles richtig. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen analog oder digital sei besser. Das ist immer eine Frage des Standpunktes und Anwendungsgebietes. Für mich kann ich nur sagen, dass das analoge Belichten mehr mit dem Lichtmalen zu tun hat, für das die Fotographie steht. Von 36 Bildern auf einem Film, sind im Schnitt 30 dabei, die ich als gut bezeichnen würde. Analog heißt für mich Muße, über das Bild vor dem Auslösen nachdenken, die Belichtung messen und überdenken, welche Bildwirkung ich erreichen möchte. Oft schaue ich durch den Sucher, und entscheide mich gegen das Bild, weil es nicht aussagekräftig genug ist. Gerade SW-Bilder müssen bei mir vor dem Auslösen den Test bestehen: “Würde ich es mir an die Wand hängen”. Somit hat mich die analoge Fotografie geschult und hoffentlich zu einem besseren Fotografen gemacht. Auch treten technische Aspekte, die in der digitalen Fotografie in Foren hoch und runter diskutiert werden, in den Hintergrund. Technische Perfektion als Selbstzweck verliert seinen Sinn, das Bild und die Aussage ist entscheidend. Nichtsdestoweniger gibt es genügend Situationen, bei denen ich nicht auf die digitale Kamera verzichten möchte – Urlaube, Familienfeiern, Schnappschüsse usw. . Nicht besser oder schlechter ist die Frage, sondern das geeignete Werkzeug für die richtige Situation.